
Die Mehrheit der IT-Nutzer ist sich unsicher, wie man bei einem IT-Notfall richtig reagiert, wie der Cybersicherheitsmonitor 2025 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizei zeigt. Unsicherheit bei einem IT-Vorfall erhöht aber die Datenrisiken.

„Cyberkriminalität taucht im Alltag von vielen Menschen auf. Ob als betrügerische E-Mail oder als Betrug beim Online-Shopping", warnt Dr. Stefanie Hinz, Vorsitzende der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). „Wenn Sie betroffen sind, erstatten Sie Anzeige. Prävention, Aufklärung und konsequente Strafverfolgung tragen entscheidend dazu bei, die digitale Welt sicherer zu machen."
der Bundesbürger wissen, dass sie im letzten Jahr von Internetkriminalität betroffen gewesen sind
Die Polizei geht von einer hohen Dunkelziffer aus – viele Vorfälle bleiben unentdeckt
Doch selbst wenn Opfer von Cyberkriminalität wissen, dass sie angegriffen wurden und nun vertrauliche Daten in Gefahr sind, ist die Cyberbedrohung nicht abgewendet oder der Folgeschaden begrenzt. Vielmehr müssen Betroffene wissen, wie sie reagieren sollen. Genau hier bestehen aber oftmals Defizite, wie der Cybersicherheitsmonitor 2025 ergeben hat.
Wie schwerwiegend eine Datenpanne oder ein IT-Vorfall ist, hängt entscheidend davon ab, wie die Sofortmaßnahmen danach aussehen. Fehler nach einem Cyber-Vorfall können die Lage sogar noch verschlimmern. Dabei ist jede betroffene Person gefragt, nicht nur die IT-Sicherheitsbeauftragten, Datenschutzbeauftragten oder die IT-Administration.
Angreifer versuchen, durch gefälschte E-Mails oder Websites an Ihre Zugangsdaten zu gelangen
Ihre Daten werden verschlüsselt und erst gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder freigegeben
Diese beiden Vorfälle sind besonders häufig und erfordern schnelles, aber besonnenes Handeln.
Die meisten Angriffe haben das Ziel, die Nutzerzugänge zu Anwendungen und Daten zu übernehmen. Dazu werden insbesondere Passwörter gestohlen. Hat man den Verdacht, dass ein Passwort in falsche Hände gekommen ist, weil man zum Beispiel auf eine Phishing-Mail hereingefallen ist, muss man schnell reagieren.
Die Tipps von Polizei und BSI lauten in diesem Fall:
Sichern Sie Ihren Account sofort mit einem neuen, starken Passwort
Melden Sie den Vorfall umgehend beim Service-Provider
Loggen Sie sich auf allen Geräten aus, um Angreifer auszusperren
Prüfen Sie, ob Änderungen vorgenommen wurden
Warnen Sie Ihre Kontakte vor möglichen betrügerischen Nachrichten
Sichern Sie alle Accounts, die dasselbe Passwort verwenden
Überwachen Sie Ihre Accounts auf verdächtige Aktivitäten
Bei einem Ransomware-Angriff werden Daten kriminell und gegen den Willen der Betroffenen verschlüsselt. Eine Entschlüsselung wird erst gegen Zahlung eines Lösegeldes in Aussicht gestellt. Dabei erscheint in der Regel eine Zahlungsaufforderung auf dem Display des angegriffenen Geräts. Die Polizei rät dringend davon ab, das Lösegeld für die Daten zu bezahlen.
Stattdessen geben Polizei und BSI diese Hinweise zu Softwaremaßnahmen:
Schalten Sie das WLAN aus!
Überprüfen Sie Ihr System auf Schadsoftware
Sichern Sie alle Zugänge mit neuen Passwörtern
Eine Neuinstallation gewährleistet maximale Sicherheit

Es zeigt sich: Den größten Teil der Notfall-Reaktion übernimmt die IT-Sicherheitsabteilung. Im Ernstfall muss von den Betroffenen meist nicht viel getan werden, aber das Richtige.
Wer ruhig bleibt und sich nicht zu Fehlverhalten im IT-Notfall verleiten lässt, hilft sehr dabei, größere Schäden bei Datenpannen und Cyberattacken zu vermeiden.
IT-Vorfall: Was tun im Ernstfall?