IT-Vorfall: Was tun im Ernstfall?

Die Mehrheit der IT-Nutzer ist sich unsicher, wie man bei einem IT-Notfall richtig reagiert, wie der Cybersicherheitsmonitor 2025 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizei zeigt. Unsicherheit bei einem IT-Vorfall erhöht aber die Datenrisiken.

Vorbereitet sein auf Cybervorfälle

„Cyberkriminalität taucht im Alltag von vielen Menschen auf. Ob als betrügerische E-Mail oder als Betrug beim Online-Shopping", warnt Dr. Stefanie Hinz, Vorsitzende der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). „Wenn Sie betroffen sind, erstatten Sie Anzeige. Prävention, Aufklärung und konsequente Strafverfolgung tragen entscheidend dazu bei, die digitale Welt sicherer zu machen."

Die Realität der Cyberkriminalität

7%

Bekannte Opfer

der Bundesbürger wissen, dass sie im letzten Jahr von Internetkriminalität betroffen gewesen sind

93%

Dunkelziffer

Die Polizei geht von einer hohen Dunkelziffer aus – viele Vorfälle bleiben unentdeckt

Doch selbst wenn Opfer von Cyberkriminalität wissen, dass sie angegriffen wurden und nun vertrauliche Daten in Gefahr sind, ist die Cyberbedrohung nicht abgewendet oder der Folgeschaden begrenzt. Vielmehr müssen Betroffene wissen, wie sie reagieren sollen. Genau hier bestehen aber oftmals Defizite, wie der Cybersicherheitsmonitor 2025 ergeben hat.

Wissen, wie sich Schäden minimieren lassen

Wie schwerwiegend eine Datenpanne oder ein IT-Vorfall ist, hängt entscheidend davon ab, wie die Sofortmaßnahmen danach aussehen. Fehler nach einem Cyber-Vorfall können die Lage sogar noch verschlimmern. Dabei ist jede betroffene Person gefragt, nicht nur die IT-Sicherheitsbeauftragten, Datenschutzbeauftragten oder die IT-Administration.

Die häufigsten IT-Vorfälle

Phishing & Passwortdiebstahl

Angreifer versuchen, durch gefälschte E-Mails oder Websites an Ihre Zugangsdaten zu gelangen

Online-Erpressung & Ransomware

Ihre Daten werden verschlüsselt und erst gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder freigegeben

Diese beiden Vorfälle sind besonders häufig und erfordern schnelles, aber besonnenes Handeln.

Wenn das Nutzerkonto gehackt wurde …

Die meisten Angriffe haben das Ziel, die Nutzerzugänge zu Anwendungen und Daten zu übernehmen. Dazu werden insbesondere Passwörter gestohlen. Hat man den Verdacht, dass ein Passwort in falsche Hände gekommen ist, weil man zum Beispiel auf eine Phishing-Mail hereingefallen ist, muss man schnell reagieren.

Sofortmaßnahmen bei gehacktem Account

Die Tipps von Polizei und BSI lauten in diesem Fall:

01

Ändern Sie schnellstmöglich das Passwort!

Sichern Sie Ihren Account sofort mit einem neuen, starken Passwort

02

Kontaktieren Sie den Anbieter, wenn Sie nicht länger auf Ihr Benutzerkonto zugreifen können!

Melden Sie den Vorfall umgehend beim Service-Provider

03

Beenden Sie alle aktiven Sitzungen!

Loggen Sie sich auf allen Geräten aus, um Angreifer auszusperren

04

Kontrollieren Sie die Account-Einstellungen!

Prüfen Sie, ob Änderungen vorgenommen wurden

05

Geben Sie Ihren Kontakten Bescheid!

Warnen Sie Ihre Kontakte vor möglichen betrügerischen Nachrichten

06

Ändern Sie auch die Passwörter weiterer, potenziell mitbetroffener Accounts!

Sichern Sie alle Accounts, die dasselbe Passwort verwenden

07

Behalten Sie Ihre Kontoaktivitäten im Blick!

Überwachen Sie Ihre Accounts auf verdächtige Aktivitäten

Wenn Ihr Bildschirm eine Nachricht von Online-Erpressern zeigt …

Bei einem Ransomware-Angriff werden Daten kriminell und gegen den Willen der Betroffenen verschlüsselt. Eine Entschlüsselung wird erst gegen Zahlung eines Lösegeldes in Aussicht gestellt. Dabei erscheint in der Regel eine Zahlungsaufforderung auf dem Display des angegriffenen Geräts. Die Polizei rät dringend davon ab, das Lösegeld für die Daten zu bezahlen.

Sofortmaßnahmen bei Ransomware-Angriff

Stattdessen geben Polizei und BSI diese Hinweise zu Softwaremaßnahmen:

Trennen Sie das Gerät vom Netzwerk

Schalten Sie das WLAN aus!

Starten Sie einen Virenscan

Überprüfen Sie Ihr System auf Schadsoftware

Ändern Sie Ihre Passwörter

Sichern Sie alle Zugänge mit neuen Passwörtern

Lassen Sie Ihr System neu aufsetzen

Eine Neuinstallation gewährleistet maximale Sicherheit

Fazit: Ruhe bewahren und richtig handeln

Es zeigt sich: Den größten Teil der Notfall-Reaktion übernimmt die IT-Sicherheitsabteilung. Im Ernstfall muss von den Betroffenen meist nicht viel getan werden, aber das Richtige.

Wer ruhig bleibt und sich nicht zu Fehlverhalten im IT-Notfall verleiten lässt, hilft sehr dabei, größere Schäden bei Datenpannen und Cyberattacken zu vermeiden.